Mein Material Draht erlaubt es mir, hinter der Materie liegende Räume, Schwingungen, Felder oder Bewegung sichtbar zu machen. Einerseits verschwindet so das vordergründig Schwere, Feste und Abgegrenzte und eine energetische Realität zeigt sich, indem Körpergrenzen sich auflösen und pulsieren.

Studio News

 

21.-30. September  

Sichtweisen.

Kunst – Kompetenz – Petra Kern im Quadrat S 4, 17, 68161 Mannheim

 

 

22./23. September                                                                                                                                                 

“Dynamische Positionen II”
Zweiter Teil des Ausstellungsprojekts im Atelier von Jürgen Heinz in Lorsch

 

 

02. – 29. November 

„Zwischen Energie und Materie“, Kunstverein Kulmbach
Vernissage: 2.11.18 um 17 Uhr, Sparkasse Kulmbach-Kronach

 

“Immersion”, 40 X 40 X 40 cm, Stahl, Stahldraht, lackiert, 2017

 

 

Sie werden es nicht lassen können

Wer nur einen Funken Neugierde in sich hat, der muss die Finger ausstrecken, die massiven Stahlelemente berühren und staunen. Wer einmal angefangen hat, kann es nicht mehr lassen. Mit welcher Leichtigkeit sie schwingen ! Wie sie schwanken oder pendeln, wie sie nach vorne kippen und zurück. Jede “Moving Sculpture” hat ihre eigene Art sich zu […]

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Portfolio

ZWISCHEN RAUM UND MATERIE

Seit 1992 arbeitet Stefanie Welk überwiegend mit den Werkstoffen Metall und Draht, welche sie durch Biegen, Knoten und Schweißen in eine plastische Gestalt überführt. Aus ihrer ursächlichen Beschäftigung mit der Darstellung des Menschen, erweiterte sich ihre Arbeit in der Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld von Mensch und Raum. Dabei betrachtet die künstlerische Perspektive sowohl den gesellschaftlichen als auch den metaphorischen Raum, der sich durch Bewegung und Dynamik genauso wie durch Kraftfelder und Energielinien auszeichnet.

Metall wird in den Arbeiten von Stefanie Welk somit auch zum licht- und luftdurchlässigen Medium für geistige Strömungen, von welchen ihre Figuren durchdrungen sind und die sie aufgrund ihrer kraftvollen Formensprache ebenso ausstrahlen. Durch ihren filigranen Charakter erschienen viele der Plastiken zudem wie Zeichnungen im Raum, die sowohl ihr eigenes Volumen als auch das sie umgebende Feld beschreiben und sich mit ihm verbinden.

Zeitgenössischen Themen der modernen Gesellschaft, wie Vernetzung, Aufbruch sowie der Drang, immer wieder über sich selbst hinaus zu wachsen, sind über die verschiedenen Werkgruppen hinweg durchgängig erkennbar. Seit 2004 widmet sich Stefanie Welk verstärkt dem öffentlichen Raum, für den auch im Auftrag zahlreiche Großskulpturen entstanden sind, die aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit und Dimensionalität mit den bestehenden Lichtverhältnissen bei Tag und Nacht in vielfältigste Korrespondenz treten.

 

 

 

 

50 SEKUNDEN: DER ARBEITSPROZESS

„Eine Innovation beginnt als Idee, als kraftvolle Vision. Doch erst durch ihre Umsetzung wird sie zur Innovation. Sie muss der Realität standhalten, sich in ihr materialisieren und sie so letztlich verändern. Impulse von außen formen sich in mit zu Ideen, und meine Aufgabe als Künstlerin ist es, sie auf den Boden zu bringen, sie zu realisieren. Dabei eröffnen mir innovative Technologien auch immer wieder neue Möglichkeiten.“

Statement

»Ich sehe den Menschen als offenes System, das nicht klar gegenüber seiner Umgebung abgegrenzt ist, obgleich wir es zunächst anders wahrnehmen. Zentrales Thema meiner künstlerischen Arbeit waren schon immer Menschenbilder, bzw. die Verkörperungen des Menschen in der Kunst, und im Lauf meines Schaffens sind Arbeiten entstanden, die zeigen, wie ich versuche, dieses Thema immer weiter zu durchdringen. Der Schaffensprozess ist für mich Meditation, die sich gleich einer Balance zwischen Wahrnehmen, Empfangen und aktivem Formen beschreibt. Es ist ein Zustand, in dem ich versuche, etwas durch mich durchzulassen und diesem Etwas einen eigenen Ausdruck zu verleihen, der mich berührt, beflügelt und fasziniert. Es öffnen sich neue Räume in meinem Bewusstsein, die ich durch meine künstlerische Arbeit weiter gebe.«
Im Atelier

Vita

2016 Arbeitsaufenthalt in Bangalore, Indien
2013 Eröffnung des Ateliers im Industriehafen Mannheim
2011 Künstlerische Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Permakultur für die Gestaltung alternativer Wohn- und Lebensräume. Wiederholte Auslandsreisen nach Griechenland
2005 „Gedanken-Ordnung – Gedanken-Chaos“. Workshop an der Junior-Akademie Adelsheim, Science Academy Baden-Württemberg
2002 „Der Raum im Spannungsfeld von Architektur, Design und Kunst“: Lehrauftrag an der Akademie für Gestaltung Rhein-Neckar. Im Interdisziplinären Workshop mit Studierenden entstand eine experimentelle Rauminstallation
2001 Studium „Philosophy, Cosmology and Consciousness“ am California Insitute of Integral Studies, San Francisco, USA
1999 Selbständig als freischaffende Künstlerin
1992-1999 Studium der Psychologie, Universität Heidelberg
1992 Beginn der künstlerischen Laufbahn
1972 geboren in Heidelberg

Stipendien und Auszeichnungen

2002 1. Preis im SAP Zukunftswettbewerb, Ernst-Bloch-Zentrum, Ludwigshafen und SAP AG
„Paul Harris Fellow”, Rotary Club, San Francisco
2001-2002 Rotary-Kulturstipendium, San Francisco, USA
1992 Renate-Maria-Radbruch Preis für Bildende Kunst
1991 Hauptpreis im Japan-Wettbewerb des Ministeriums für Kultus und Sport, Baden-Württemberg: Studienreise nach Japan
1989-1990 Stipendium des Deutschen Bundestages: Einjähriger USA-Aufenthalt
1987 „Jugend sieht Europa“, 34. Europäischer Wettbewerb, Medaille für einen Plakatentwurf zur europäischen Integration

Ausstellungen und Projekte

2017 “Wasserläufer”, Outdoor-Plastik für den Luisenpark Mannheim
“Embrace” Outdoor-Plastik, Künstlersymposium Hemsbach
Reinacher Galerien-Nacht, Galerie Strittgäßli, Reinach, Schweiz
“Kunst an der Muba”, Galerie Birgitta Leupin
Einzelausstellung “ZeitMenschRaum” im KunstFenster des Kunstverein Ladenburg
2016 „Transition_Red“, Outdoor-Plastik, Homburg/Saar, Privatbesitz
„wire 2016“, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
„Durchbruch“, Edition für die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde, Frankfurt a. M.
2015 „Mensch – Raum – Licht“. Retrospektive Einzelausstellung, Museen Burg Altena, Deutsches Drahtmuseum, Stadtgalerie Altena, Katalog
„Im Netz”. Ausstellung mit Margot Witte und Katrin Mosimann, Kunstverein Barsinghausen
„Bluevolution“, Outdoor-Plastik, Homburg/Saar
„Stahl-Innovationspreis 2015“, Award für Innovationen der Stahlindustrie, Entwurf und Realisierung
2014 18. Art Innsbruck, Gruppenpräsentation von Suisse Arte, Internationale Messe für zeitgenössische Kunst
Gruppenausstellung, Kunstforum Forst
„wire 2014“, Einzelausstellung, Internationalen Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
Einzelausstellung, Dreba AG, Basel/CH, kuratiert von Petra S. Köhler, Galerie Gegenwart, Karlsruhe
„Equilibrium“, Outdoor Plastik, Chemnitz, Privatbesitz

2013 „siebenfach“. Gruppenausstellung, Kunstverein Germersheim
“vis-a-vis”, Ausstellung mit Margot Witte, Paul Feederle GmbH, Karlsruhe
„vernetzt“, Einzelausstellung, Galerie 38, Karlsruhe
2012 22. Kunstmesse im Frauenmuseum, Bonn
„Durchbruch“, Award für die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde, Entwurf und Realisierung
„Stahl-Innovationspreis 2012“, Award für Innovationen der Stahlindustrie, Entwurf und Realisierung
„wire 2012“, Einzelausstellung, Internationalen Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
 2011 Gruppenausstellung, Banca Popolare di Sondrio, Basel/CH
„Art Querfeld“, Gruppenausstellung, Basel/CH
„unfold”, Ausstellung mit Daniela Flörsheim, Galerie Gegenwart, Karlsruhe-Durlach
„Sky Dancer“, Sieger-Entwurf für die casa altra, Kunst am Bau Projekt, Düsseldorf
2010 Ausstellung mit Gerd Marenbach, Manfred-Sauer-Stiftung, Lobbach
„Sommerausstellung“, Gruppenausstellung, Kunstförderverein Weinheim
2009 “Kunst in der Box”, Ausstellungsprojekt, Mein Lager 24 GmbH, Mannheim
„Geometrie-Stereometrie”, Ausstellungsprojekt, BoConcept, Mannheim
„Luftlinien“, Einzelausstellung, Galerie Gegenwart, Karlsruhe-Durlach
Einzelausstellung, Stuttgarter Volksbank, Kunsthaus Schill, Stuttgart
„Stahl-Innovationspreis 2009“, Award für Innovationen der Stahlindustrie
„Qua-Draht“, Einzelausstellung Galerie Kunstwerk, Heimbach
2008 „wire 2008“, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Messe Düsseldorf
Ausstellungsprojekt, Hauptbahnhof Karlsruhe
Künstlersymposium, Landesgartenschau, Bad Rampenau
Ausstellungsprojekt mit der Galerie Gegenwart, Karlsruhe, Internationalen Galopprennen Baden-Baden
 „Visionen“, Einzelausstellung und Tanzperformance, Kulturfestival im Frankfurter Hof, Mainz mit der Altstadt-Galerie Lehnert
2007  Einzelausstellung, Galerie EigenArt, Karlsruhe
Ausstellungsprojekt, „International Steel Conference“, Hotel Intercontinental, Berlin
OW-Art, Kunstmesse, Buchen
Einzelausstellung, Kunst im Klinikum Langensteinbach e.V. SRH- Klinikum, Langensteinbach
„Kunst im Blickpunkt“, Ausstellungsprojekt, Anatomiegarten, Heidelberg
2006 „Beziehungsweisen“, Gruppenausstellung, Museum Neckargemünd
„Stahl-Innovationspreis 2006“, Award für Innovationen in der Stahlbranche, Entwurf und Realisierung
Einzelausstellung, Zentrum für Körper, Kunst, Kultur, Heidelberg
Ausstellung mit Jo Claes und Alexander Stroh, Künstlerhaus Karlsruhe
2005 „Energie-Netz-Werk“, Einzelausstellung, Altstadt-Galerie Lehnert, Mainz
Einzelausstellung, Galerie Graf, Heidelberg
„wire & soul“, Performanceprojekt in Kooperation mit den Tänzern und Choreographen Josef Eder (München) und Christine Lindlbauer (Linz/AT) mit Kostümen aus Draht, Zwinger-Theater, Heidelberg
2004 „wire 2004“, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
Einzelausstellung, Kunst im Klinikum Langensteinbach e.V. SRH- Klinikum, Langensteinbach
„Peacing It Together“, Friedensprojekt mit deutschen, jüdischen und arabischen Jugendlichen aus Israel, Heidelberg
Einzelausstellung, Galerie v. Fircks-Huth, Fuchstal-Leder
2003 Einzelausstellung, Privatgalerie Dr. Thomas Ehrensperger, Basel/CH
Einzelausstellung, Galerie im Hotel Schwanen, Rapperswil/CH
Ausstellung mit Demir Demiroski, Galerie Blavius, Versmold
2002 Einzelausstellung, Wohnraum D4, Baar/CH
Einzelausstellung, Ernst-Bloch-Zentrum, Ludwigshafen, in Zusammenarbeit mit der Galerie der Fachschule für Design und Gestaltung Ludwigshafen
„Herbstausstellung“, Gruppenausstellung, Schwetzinger Schloss, Kunsthandlung Schröck-Schmidt
„Multiple“, Gruppenausstellung, Galerie Art Box, Frankfurt/Main.
2001 Gruppenausstellung, Ebert Gallery, San Francisco/USA
2000 Gruppenausstellung, Galerie Top Air, Flughafen Stuttgart
Einzelausstellung und Performance im Elektrizitätswerk Elsenztal
„wire 2000“, Auftragsarbeiten für Lamitref/Lamifil, Düsseldorf
„wire 2000“, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
1999 Einzelausstellung, Deutsche Telekom AG, Mannheim
1998 “wire 98”, Einzelausstellung, Internationalen Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
Gruppenausstellung, Lafayette Gallery, Chicago/USA
1997 Einzelausstellung, “InterWire”, Internationale Drahtfachmesse Atlanta/USA
Gruppenausstellung, Galerie im Rundbau, Neckarwestheim
„Doppel-Ich“, Ausstellung mit Alvaro Garcia Ordonez, Galerie Graf, Heidelberg
1996 “Wire 96”, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
“Der Traum vom Fliegen”, Ausstellung mit Alvaro Garcia Ordonez Galerie Graf, Heidelberg
„Minotauros“, Gruppenausstellung, Kunstförderverein Weinheim e.V.
1995 Gruppenausstellung, Interaktives Kunstforum, Schloß Mannheim
1994 Auftragsarbeit zur Hannover Messe, ABB Isodraht GmbH, Hannover Messe
1993 Gruppenausstellung “Wesens Art”, Stadthalle Heidelberg
Gruppenausstellung, Heidelberg Arts Festival, Schloß Heidelberg
1992 Gruppenausstellung, Heidelberg Arts Festival, Schloß Heidelberg
„Jugend gestaltet“, Gruppenausstellung, Künstlerbund Rhein-Neckar, Mannheim

Kunst im öffentlichen Raum / Ankäufe

2016 „Transformerin“, Städtisches Museum Iserlohn, Ankauf
2015 „Aufbruch“, Museen Märkischer Kreis, Ankauf
„Transparency“, Entwurf, Realisierung und Installation der Stahlplastik im Aussenbereich der COWA
2013 „Steinbock“, Entwurf und Realisierung der Plastik für den Aschera-Park, Schiers/CH, Ankauf
2012 „Läufer“, Städtisches Museum Iserlohn, Ankauf
2011 „Out of Steel“, Entwurf und Realisierung der Plastik im Außenbereich der AOK-Systems, Bonn, Ankauf
„Pol-Springer“, Skulptur für das neugestaltete Foyer der Bruker Bio-Spin, Ettlingen, Ankauf
2010 „Zeitläufer“, Skulptur zum 950-jährigen Bestehen der Stadt Roth, Stiftung der Leonischen Drahtwerke
„Home Run“, Entwurf und Realisierung einer Drahtplastik für TriStar, USA, Ankauf
„Cycles of Life“, Realisierter Sieger-Entwurf zum 20-jährigen Bestehen von „Der Grüne Punkt“, Duales System Deutschland

2009 Skulpturengruppe “Lichttänzer” zur Internationalen Dental-Schau, Köln. Installation im Außenbereich
2008 „Raum für Reflexionen“, Gestaltung eines Zimmers im Arte Hotel Luise, Berlin
„Äolus“, Präsentation der Plastik auf der Landesgartenschau, Bad Rappenau
2007 „Sprinter“, Serie von Drahtplastiken für die BW-Bank, Stuttgart, Ankauf
2006 Ankauf von vier Kunstwerken von den SRH-Kliniken, Präsentation auf dem Hauptstadtkongress, ICC, Berlin
„Plexter“, Edelstahlplastik für den Kunstweg in Abtsteinach, Odenwald, gefördert von der Sparkassenstiftung Starkenburg
2005 „Im freien Fall“, Drahtplastik für den Kunstweg auf der Tromm im Odenwald, gefördert von der Sparkassenstiftung Starkenburg
„Raum-Tanz“, Drahtplastik für den „Garden of Science“ im Weizman Institut, Rehovot, Israel
„Luna_Plexus“, Installation zur „Nacht der Sinne“, Mainz
2004 „Aufrechter Gang“, SRH-Klinikum Karlsbad-Langensteinbach, Ankauf

Datenschutz

1. Datenschutz auf einen Blick

Allgemeine Hinweise

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2. Allgemeine Hinweise und Pflichtinformationen

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Telefon: +49 (0) 172 729 48 63
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© Alle Abbildungen: Stefanie Welk und die Fotografen
© Alle Texte: Stefanie Welk und die Autoren

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Sie werden es nicht lassen können

März 2018

Wer nur einen Funken Neugierde in sich hat, der muss die Finger ausstrecken, die massiven Stahlelemente berühren und staunen. Wer einmal angefangen hat, kann es nicht mehr lassen. Mit welcher Leichtigkeit sie schwingen ! Wie sie schwanken oder pendeln, wie sie nach vorne kippen und zurück. Jede “Moving Sculpture” hat ihre eigene Art sich zu bewegen. Und deshalb konnte auch ich es nicht lassen und habe sicherlich mehr als 60 Werke in Jürgens Atelier zum Schwingen gebracht. Nun freue ich mich darauf, wenn am 7. und 8. April 2018 eine schöne Auswahl dieser Arbeiten in unserer gemeinsamen Ausstellung “Dynamische Positionen” in meinem Atelier zu sehen sind.

 

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Jürgen Heinz ist Metallbildhauer. Er beschäftigt sich mit demselben Material wie ich, und unser gemeinsames Thema ist die innere Bewegung und die treibenden Kräfte. Während beim ihm klare massive Körper in Bewegung geraten, sind meine Figuren statisch, lösen sich aber in Linien auf, die weniger die Kontur als den Fluss der inneren Energie symbolisieren. Bei mir entfällt die Masse, übrig bleibt die geronnene Bewegung. Bei ihm konzentriert sich alles in der Masse, die selbst in Bewegung gerät. Meine Arbeit „Embrace“ und Jürgens „Stele der Freundschaft“ sind Beispiele für unsere unterschiedlichen Ausdrucksformen und standen am Anfang unseres gemeinsamen Ausstellungsprojekts.

Es war Ende Juni vergangenen Jahres. Zwei Wochen lang schloss ich mein Atelier und fuhr nach Hemsbach an den Wiesensee, um unter freiem Himmel zu arbeiten. Der Förderverein KunstPlatz hatte zum Symposium eingeladen. Jürgen war ebenfalls der Einladung gefolgt, und so arbeiteten wir zwei Wochen nebeneinander, tauschten uns aus über die Kunst und die Welt und entschieden: Wir machen etwas zusammen.
Wir sind in Kontakt und in Bewegung geblieben und haben es nicht bei schönen Worten belassen. „Dynamische Positionen“ haben wir unser beiden Atelierausstellungen benannt. Teil I ist am 7. und 8. April in meinem Atelier in der Güterhallenstraße 3 im Mannheimer Hafen zu sehen, Teil II am 22. und 23. September in Jürgens Atelier in Lorsch. Und wenn Sie kommen, dann werden auch Sie Ihre Finger nicht von Jürgens Kunst lassen können. Versprochen.

Figur und Raum im Dialog

Oktober 2017

„Da haben Sie etwas Ewiges geschaffen.“ Einige Tage nach der 7. Künstlermesse des Landesverbandes Bildender Künstler und Künstlerinnen in Stuttgart fand ich diesen Kommentar in meiner Mailbox. Der Messebesucher bezog sich auf meine neue Arbeit „Mach eine Reise aus Dir heraus und in Dich hinein“ und schrieb weiter: „Ich glaube, dass Sie da etwas ganz, ganz Wichtiges für sich entdeckt und für uns erschlossen haben, etwas, was viel, viel mehr ist, als gängige Motive leisten können.“

“Mach’ eine Reise aus dir heraus und in dich hinein”, Stahl, Stahldraht, lackiert, 100 X 100 X 100cm, 2016

Die Arbeit zeigt eine menschliche Figur, wie sie immer wieder im Zentrum meines Schaffens stehen. Lichtdurchflutet, energievoll, in Bewegung. Über eine längere Zeit hatte ich die Gestalten in sphärische Formen gehüllt, um gleichzeitig Lebendigkeit, Beweglichkeit und Vergänglichkeit auszudrücken. Während meiner Zeit in Indien Anfang des Jahres (mehr dazu in meinem Blogbeitrag) habe ich erstmals mit einem Kubus einen Raum um die Gestalt im Zentrum geschaffen, der mit seinen geraden Linien und der symmetrischen Struktur eher an die Formenwelt von Kristallen erinnert. Die Beziehung zwischen Figur und Raum rückt damit ins Blickfeld.

„Die Botschaft, dass wir Menschen eingebettet sind, und dass der Kosmos wirklich ein cosmos ist – das ist es, was ich in Ihren Skulpturen spüre“, lese ich weiter. „Und das berührt mich.“ Dieses Gefühl gipfelt in einer Resonanz, die den Betrachter nicht alleine lässt, sondern sein eigenes Eingebundensein zum Ausdruck bringt.

Solche Rückmeldungen von Menschen, die sich mit meinen Werken auseinandersetzen, sind für mich Impulse, selbst nochmals genauer hinzusehen und hinzuspüren. Sie lassen mich zurückblicken auf eine Entwicklung, die nicht geplant und dennoch rekonstruierbar ist.

Vor Jahren schon entdeckte ich entwickelte ich stählerne Rahmenkonstruktionen als einen transparenten Gegenpol zur menschlichen Gestalt. Ein zweidimesionales Viereck machte den Anfang, hier im „kosmogenen Fenster“ entstanden 2008.

“Cosmogenic”, Edelstahl, 133 X 150 X 65 cm, 2008

Der von mir gesetzte Kontext, in dem eine menschliche Gestalt erscheint, wird von den Betrachtern oft erst auf den zweiten Blick wahrgenommen. Doch ganz gleich, ob es sich um einen Holzsockel, eine Stahlplatte oder eine Stahlkonstruktion handelt, diese Konstruktionen prägen das Werk ebenso wie die vordergründige Gestalt, indem sich dieses davon abhebt und Position bezieht. Die Dynamik der Drahtgeflechte wird durch den ruhigen Gegenpol des künstlerisch gesetzten Umfelds gesteigert. Zunächst waren es Steine und Felsen, von denen die Figuren zum Sprung oder Flug abhoben. Später wurde die Beziehung enger: Stahlplatte stehen nicht nur wie eine Art Wand im Hintergrund, sondern sie sind gleichzeitig Hindernisse, die durchdrungen werden. Energievoll springt die Gestalt in einen neuen Raum, der sich vor ihr öffnet.

“Mesmerized”, Kupferdraht, lackiert, Stahl, 200 X 65 X 40 cm, 2016

Eine neue Funktion entwickeln die ruhigen dunklen Holzsäulen, die in ihrer reduzierten Form einer sich entwickelnden Figur als Basis dienen. Sie tragen eine Entwicklung mit und sind im Fortschritt der Veränderung Symbole der Ruhe und Beständigkeit.

“Aufbruch”, Kupferdraht, vernickelt, 150 x 30 x 160 cm, 2011

Mit dem Kubus tritt wieder ein ruhiges Element in den Dialog mit meinen Figuren – als
„Einfassung“ wie in dem vom den Messebesucher beschriebenen Werk oder als tragende Konstruktion wie in der Arbeit „Exploding into Being“. Wie eine naturwissenschaftliche Konstante, unbeweglich und gesetzt, hält er den Menschen im Wissen um seine Verstrickung, mitunter Zerrissenheit in einer hoch dynamischen Welt.
Auch in diesem Sinne ist der Mensch nicht alleine, nie völlig losgelassen und ungebunden. Doch die Formen der Verflechtung und unsere Wahrnehmung sind immer andere – und machen Entwicklung möglich.

Exploding into Being, Stahldraht, Kupferdraht, lackiert, 84 X 65 X 80 cm, 2017

 

Atelier auf Zeit in Indien

Februar 2017

Neujahr, 10 Uhr morgens. Während in Heidelberg noch viele ausschlafen, bin ich auf dem Weg nach Frankfurt. Mein Ziel: Bengaluru im Süden Indiens, das früher Bangalore hieß und mit 8,4 Mio. Einwohnern die drittgrößte Stadt Indiens ist.

 

Good bye Heidelberg – am 01.01.2017

 

Mein Rückflug ist für den 31. Januar gebucht. Viel mehr weiß ich an diesem Morgen nicht. Ich verlasse mich ganz auf Prakash Chennaiah, der von meiner Kunst erfahren und mich spontan zu sich eingeladen hat. In einer Halle seines Stahlbauunternehmens könne ich in den kommenden Wochen arbeiten, unterstützt von seinen Mitarbeitern und deren handwerklichem Know-how. Per Skype haben wir uns zweimal „getroffen“, dazu ein paar Mails, um die nötigsten Dinge abzustimmen.

Nur zehn Kilometer sind es von meiner Unterkunft in Bengaluru zu Prakashs Firmensitz. Morgens zwischen 9 und 9.30 Uhr werde ich abgeholt und sitze für die nächsten 30 bis 40 Minuten im allgegenwärtigen, ungefähr 8-spurigem Verkehr mit ungewohnt leisen Motorrädern, quieckenden TucTucs und Pkw, die sich in jede sich auftuende Lücke drängen. Während des Wartens an roten Ampeln klopfen Transsexuelle, die „hijras“, an die Autoscheiben. Für etwas Geld erteilen sie ihren Segen. Und auch hier in der IT-Metropole des Landes sehe ich hin und wieder Kühe mitten auf der Strasse, der Verkehr fließt einfach um sie herum. In aller Ruhe kreuzen sie die Fahrbahn, um auf der anderen Seite Gemüseabfälle zu fressen. Einmal sehe ich sogar eine Gruppe Kühe, die gegen die Fahrtrichtung über eine Schnellstraße galoppiert, und bin froh, dass mein Ziel auf einer anderen Strecke liegt.

 

Good morning Bengaluru. Alte Bäume säumen die Straßen.

 

Prakash erwartet mich gegen 10 Uhr in seinem Büro. Ich bin nicht die einzige Künstlerin, die in seinem Unternehmen Projekte realisiert. Doch meine Werke passen besonders gut zu seinem Ziel, in Bengaluru Unternehmen, Hochschulen und Institutionen für Outdoor-Kunstwerke zu begeistern. In vier Wochen sollen daher Werke für eine Ausstellung entstehen, die gleichzeitig als Modelle eine Vorstellung für potenzielle Großprojekte vermitteln.

 

Prakash Chennaiah in seinem Büro.

Um mich einzustimmen, beginne ich mit kleineren Figuren, für die ich Material aus Deutschland habe einfliegen lassen. Vieles funktioniert erstaunlich gut. Die Arbeiter in ihren Flip Flops verstehen sich aufs Schweißen und biegen Stahl sehr präzise. Eine moderne Abkantanlage ist in Gebrauch. Doch dann gibt es Probleme: Holzsockel, wie ich sie zu Hause verwende, sind hier nicht aufzutreiben. Versuche mit lackierten Oberflächen bleiben deutlich hinter der handwerklichen Qualität im Stahlbau und den Standards in meinem Atelier. Ich muss umdenken, mich ganz von der Vorstellung Sockel lösen und etwas Neues erfinden.

 

In Prakash’s Werkshalle. Hier wird an einem geodätischen Dom gearbeitet.

 

Ich kämpfe mit den Tränen, mein Hals brennt. Prakash und ich sitzen beim Mittagessen und genießen, was die indische Küche überwiegend mit Zutaten von seiner etwa zwei Hektar großen Farm zu bieten hat. Obwohl die Gerichte als „not spicy“ gelten, sind sie für mich eine – sehr schmackhafte – Herausforderung.

In T-Shirt, Jeans und leichtem Arbeitskittel kehre ich zurück in die Werkstatt. Im Kopf zeichnen sich erste Lösungsansätze ab. Ich erobere mir Werkzeug und ein Schutzgas-Schweißgerät von den äußerst zuvorkommenden und für jeden Handgriff bereitstehenden Arbeitern, um in Ruhe experimentieren zu können. Schließlich sind die Formen klar: Wir realisieren Sockel aus Stahlplatten und -stäben, gebogen und auf Pfeilern ruhend sowie für ebenerdig stehende Objekte. Zum Teil werden die neuen Konstruktionen eins mit den Figuren. Sie schreiten darüber, laufen oder scheinen sich im Sprung zu lösen und abzuheben.

 

Work in progress. Das Thema der “fallenden Stäbe” in neu errechneten Positionen und Winkeln wird verschweißt.

 

Gegen 17 Uhr geht es im Feierabend-Verkehr zurück in meine Unterkunft. Ich beobachte Inderinnen in ihren langen Gewändern an Outdoor-Fitness-Geräten im abendlich geöffneten Park und bewundere die flinken Frauen mit ihren Kindern, die zuversichtlich die Straße überqueren. Zebrastreifen oder Fußgängerampeln sind hier unbekannt. In meiner Künstlerunterkunft gehen drinnen und draußen, Wohnung und Garten fließend ineinander über. Den Abend genieße ich meist draußen auf einer kleinen Grünfläche bei frühlingshaften Temperaturen.
Zwischen Ruhe und Schaffen entstehen neue Ansätze. Ich platziere eine Figur in einem 1 x 1 x 1 Meter großen Kubus, der lediglich durch Außenkanten aus Stahl angedeutet ist. Ein imaginärer Raum entsteht, in dem die Figur zu schweben scheint. Ich fühle mich an den Science Fiction „Gravity“ erinnert, der in emotional herausfordernder Weise den Orientierungsverlust, die Isolation und existenzielle Bedrohung in der Schwerelosigkeit thematisiert. Auch die menschliche Figur in meinem Werk „Astral Dance“ hat den Boden unter den Füßen und ihr Gleichgewicht verloren. Sie schwebt alleine in einem nur schematisch angedeuteten Raum zwischen unbegrenzter Freiheit und existenzieller Einsamkeit.

 

15 Arbeiten sind in viereinhalb Wochen in Indien entstanden. Drei lebensgroße Figuren mit Konstruktionen, die den umgebenden Raum andeuten. Das Thema der fallenden Stäbe habe ich weiterentwickelt und in drei Stadien erweitert, indem ich weitere Dimensionen und Dynamiken einbezogen habe. Die Dripping Multiple-Serie ist ebenfalls um zwei Formen erweitert.

 

Ich genieße noch einmal einen süßen Nachmittags-Chai bei 28 °C, während Vorarbeiter Pravin sich um das Erledigen der letzten Handgriffe kümmert. Nun heißt es Koffer packen, nach Hause reisen und abwarten, was sich aus unseren Besuchen bei Unternehmen und an zwei Colleges ergibt und was die Werke im rund 7.000 km entfernten Indien bewirken.

 

Prakash ist optimistisch und freut sich auf ein Wiedersehen, um gemeinsam Projekte zu realisieren. Was auch immer sich entwickelt: Für mich hat das Jahr mit einem künstlerischen Abenteuer begonnen. Jetzt bin ich wieder zu Hause. Auch hier kündigt sich der Frühling an. Aufbruchstimmung. Ich freue mich auf 2017.

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