
Es freut mich sehr, dass ich 2026 den Entwurf meiner Plastik CALLING FOR PEACE für die Stadt Weinheim an der Badischen Bergstraße realisieren kann. Es wird ein besonderes Projekt, denn ich habe mich bewusst entschieden, junge Menschen in die Gestaltung dieses Werkes einzubinden. Die Umsetzung startete mit einer Kick-Off-Veranstaltung am 5. März 2026.
Zu ihrem 20-jährigen Bestehen und aus dem Gedanken der Heimattage Baden-Württemberg hatte die Bürgerstiftung Weinheim 2025 ihren Kunstwettbewerb ausgeschrieben. Jürgen Osuchowski, der Stiftungsvorsitzende, erläutert die Überlegungen des Vorstands: „Ohne Frieden ist eine Heimat nicht denkbar.“ Die Stiftung lud elf Künstlerinnen und Künstler ein, „die sich mit Kunstwerken in Außenanlagen einen Namen gemacht haben“, eine Friedensplastik für die Gemeinde Weinheim zu entwerfen. Diese Plastik soll als Ausgangspunkt für einen „Pfad der Erinnerung“ in der Rosenanlage / Freudenbergstrasse in Weinheim platziert werden.
Acht Entwürfe lagen der Jury schließlich zur Entscheidung vor, darunter mein Konzept für CALLING FOR PEACE. Trotz der recht großen Beteiligung fiel die Entscheidung der Jury einstimmig aus. Jürgen Osuchowski, selbst Jurymitglied, freute sich über das klare Ergebnis:
„Die Ästhetik der Friedensplastik ,Calling for Peace‘ und auch die Umsetzbarkeit aller Voraussetzungen der Ausschreibung gaben den Ausschlag für das einstimmige Votum. Das Kunstwerk hat eine positive Ausstrahlung und zeigt zugleich durch seine offene Konstruktion, wie fragil der Frieden in unserer Welt ist.“
Das Konzept von „Calling for Peace“
Ursprünglich hatte ich für CALLING FOR PEACE zwei Workshop-Tage mit jungen Menschen aus Weinheim geplant. Entstanden ist dann etwas anderes, das mich sehr berührt hat: Engagierte Lehrerinnen und Lehrer haben die gemeinsame Arbeit mit ihren Schülerinnen und Schülern selbst in den Unterricht getragen. Dort haben sie sich mit Fragen beschäftigt wie
- Was bedeutet Frieden – wirklich?
- Wie sieht eine friedliche Welt aus?
- In welcher Welt wollen wir leben?
In Schreibwerkstätten, Poetry Slam, Gesprächen und weiteren Ausdrucksformen sind Texte, Lyrik und Statements zum Thema Frieden entstanden – kraftvoll fragend, fordernd, visionär.
Immer wieder haben wir uns in dieser Zeit getroffen: die Bürgerstiftung Weinheim, die Lehrkräfte und ich. Bei einem Ergebnistreffen haben die Schülerinnen und Schüler schließlich ihre Arbeiten präsentiert.
Diese Stimmen junger Menschen werden im nächsten Schritt zu Textbändern verdichtet. Visualisiert werden sie in 5 mm starken Edelstahlbändern aus Buchstaben. Die Bänder werden gebogen und zu einer offenen Kugel zusammengefügt.
Diese offene Kugel, die in der Rosenanlage / Freudenbergstrasse in Weinheim installiert wird, ist mehr als ein Objekt. Sie ist ein Symbol für Verbindung, für Einheit, für unseren Planeten. Für Kunst als Sprache jenseits von Trennung. Für Gedanken, die nicht vergehen. Die Kugel wird sichtbar im öffentlichen Raum stehen – als Stimme einer jungen Generation, als Manifest der Hoffnung und als Einladung zum Dialog.
QR-Code erweitert die Arbeit um einen digitalen Raum
Anregungen für diesen Dialog bietet die Dokumentation der kreativen Prozesse. Ein QR-Code an der Plastik wird den Zugang zu einem virtuellen Raum öffnen, in dem die vollständigen Texte und anderen Darstellungen, die Hintergründe und Stimmen aus dem Entstehungsprozess bewahrt werden. Das Kunstwerk verstehe ich in diesem Kontext nicht als eine fertige Antwort, sondern als Ruf in die Zukunft. Es würde mich freuen, wenn es Ausgangspunkt für weitere Begegnungen und Veranstaltungen ist, die dazu beitragen, täglich Frieden zu gestalten und im Miteinander zu leben. Denn nichts ist notwendiger in dieser Zeit, als mit Jugendlichen gemeinsam eine neue Wirklichkeit zu erschaffen.
Ausgangspunkt für den „Pfad der Erinnerung“
Seit Oktober 2026 steht CALLING FOR PEACE in der Rosenanlage / Freudenbergstrasse in Weinheim. Die Plastik ist Teil des „Pfades der Erinnerung“, der über den Gedenkstein am Weinheimer Rathaus (DBS-Projekt für die aus Weinheim deportierten Juden), die Gedenkstätte am Amtsgericht am Standort der ehemaligen Synagoge in der Ehretstraße, das Kriegerdenkmal in der Bahnhofstraße und den Hauptfriedhof (Gräberfelder Soldaten und Zwangsarbeiter) bis zur Gedenkstätte auf dem ehemaligen Gelände des GRN-Betreuungszentrums im Park hinter der Musikschule (wird noch realisiert) führen soll.
Spenden für das Friedensprojekt
Finanziert werden die Realisierung des Kunstwerks und des „Pfades der Erinnerung“ übrigens über Spenden. Bereits jetzt sind mehr als die Hälfte der Spendengelder zusammengekommen. Auch das zeigt, auf welch große Resonanz die Initiative der Bürgerstiftung Weinheim stößt.
Wer das Projekt ebenfalls unterstützen möchte, kann mit einer Spende dazu beitragen. Jeder Betrag ist der Bürgerstiftung Weinheim willkommen:
Spendenkonto der Bürgerstiftung Weinheim
IBAN: DE64 6709 2300 0003 7770 06
BIC: GENODE61WNM
Verwendungszweck: Friedensplastik

